Eine Schule mit Teamgeist



Ein Roboter, groß wie ein Skorpion, rollt mit seinen Walzen über eine Platte. „An die Kanten kann er nicht stoßen, Ultraschallsensoren verhindern das“, doziert Ivo Hansen. Der 14-Jährige hat das Gefährt zusammengebaut und programmiert. Am Sonnabend stellten Ivo und seine Mitschüler ihre Informatik-AG in ersten Stock des Runge-Gymnasiums vor. Auch alle anderen Fachbereiche präsentierten sich mit Experimenten, Projekten und Schautafeln. Hunderte Eltern streiften mit ihren Kindern durch die Gänge, um sich die altehrwürdige Schule, 1914 gegründet, beim Tag der offenen Tür anzusehen. Auch Fabian Samel (11) war mit seinen Eltern aus Hennigsdorf gekommen, der Lego-Roboter der Informatik-Truppe hatte es ihm angetan. „Dass man den programmieren kann, finde ich interessant“, sagt der Sechstklässler der Grundschule Nieder Neuendorf. Der Junge fühlte sich wohl in den hellen Räumen, vor allem die moderne Ausstattung mit digitalen Smartboards in fast allen Unterrichtsräumen hatte ihm imponiert. „In meiner Biber-Grundschule gibt es davon noch nicht ganz so viele.“ Fabians Vater Lutz Samel sind die Smartboards nicht ganz so wichtig. Ihm kommt es eher darauf an, dass die Klassen nicht allzu groß sind, dass der Unterricht nicht zu häufig ausfällt und dass die künftige Schule seines Sohnes nicht in einem sozialen Brennpunkt liegt. „Wenn hier um die Ecke gedealt würde, wäre das natürlich ein Ausschlusskriterium“, sagt der Hennigsdorfer. All diese Kritierien erfülle das Runge-Gymnasium. Wenn da die Entfernung nicht wäre. „Es wäre mir schon wichtig, dass die Schule meines Sohnes nicht allzu weit weg ist, er hat ja in Hennigsdorf auch seine Freunde“, sagt Lutz Samel. Doch Fabian könnte sich trotzdem vorstellen, hier ab der siebten Klasse zu lernen. „Es gefällt mir einfach.“Während die Familie noch diskutierte, informierte Oberstufenkoordinator Hardy Schötz in der ersten Etage andere Eltern und Schüler. Vier neue siebte Klassen wird es im kommenden Schuljahr geben, mehr als 110 neue Mädchen und Jungen werden ans Gymnasium kommen. „Die Nachfrage bei uns ist immer groß, die Schule hat einen guten Ruf“, sagt Schötz. Das besondere am Runge-Gymnasium sei, dass Lehrer und Schüler viel miteinander reden, dass es einen Teamgeist an der Schule gebe. Zudem sei das Gebäude 2012 erst eröffnet worden und daher modern ausgestattet. Insgesamt 240 Rechner gibt es in den Räumen. Ob PCs, Laptops oder eben die Smartboards, die die klassischen Tafeln ersetzt haben. „Damit können etwa auch Schüler, die gerade krank sind, die Tafelbilder aus dem Unterricht bekommen“, sagt der Pädagoge. Zudem kann man Inhalte aus dem Internet in den Unterricht einfließen lassen.Ob Fabian Samel bald hier lernen wird, soll sich demnächst entscheiden. Familie Samel will sich noch die Gymnasien in Hennigsdorf und Velten anschauen. „Dann werden wir sehen“, sagt Vater Lutz Samel.

Von Marco Paetzel


Quelle: http://www.maz-online.de/Lokales/Oberhavel/Eine-Schule-mit-Teamgeist, am 09.01.2017